Lesung mit anschließender Diskussion mit Dr. Achim Engstler
Lesung mit anschließender Diskussion mit Dr. Achim Engstler
(Ws / Geeske S., Jg. 12) Als wir das Foyer des Lother-Meyer-Gymnasiums gegen 9 Uhr betraten, sahen wir zuerst die leicht zugezogenen Vorhänge an den Fenstern zum Flur hin. Angenehme Stille. Dann sehen wir die zur Seite gerückten Tisch, die ordentlich aufgestellten Stuhlreihen und vor jenen Reihen einen Stuhl mit einem Tisch, auf dem ein paar Bücher liegen. Wir, die Schülerinnen und Schüler der beiden Deutsch-Leistungskurse von Herrn Prante und Herrn Wolfschmidt des Abiturjahrgangs 2027, nehmen auf den Stühlen Platz und sind gespannt auf die startende Veranstaltung: Das Gespräch mit dem Autoren und Philosophen Achim Engstler!
In Wilhelmshaven geboren und aufgewachsen, studierte er in Göttingen und Münster Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Publizistik. Er hat bereits in seiner Kindheit gerne geschrieben und entdeckte 2008 seine Leidenschaft für das literarische Schreiben. So entstanden Bücher wie sein Buch „Was geht da vor, Sophie?“ über den Grafen Altenburg oder in Zusammenarbeit mit diversen Autoren, wie etwa Astrid Dehe, zahlreiche andere Werke. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller engagiert sich Herr Engstler auch ehrenamtlich, indem er literarische Veranstaltungen, wie den Vareler Literaturherbst, organisiert oder sich im Verband deutscher Schriftsteller für die Rechte seiner Kollegen einsetzt.
Als nun Herr Engstler vor uns sitzt und nach einer kurzen biografischen Vorstellung durch Herrn Prante der Dialog langsam seinen Lauf nimmt, wird deutlich, dass es sich bei dieser als „Lesung“ deklarierten Veranstaltung nicht wirklich um eine Lesung handelt. Vielmehr kann man dieses Ereignis als einen nahbaren Dialog auf Augenhöhe bezeichnen. Es werden nicht nur Texte vorgelesen. Stattdessen möchte Herr Engstler den üblichen Charakter einer Vorlesung ablegen, was ihm auch gelingt. So liest uns Herr Engstler zum Beispiel aus verschiedenen Gedichten vor und unterhält sich mit uns über unser Literaturverständnis und unsere Meinung zu den Gedichten.
Im Zuge dieses Gespräches äußerte Herr Engstler sein Verständnis über den Auftrag von Lyrik und über die Verantwortung eines jeden Schriftstellenden, was bei uns auf starke Begeisterung stieß und uns nachhaltig im Gedächtnis blieb. Anhand der vorgelesenen Gedichte verdeutliche uns Herr Engstler seine Meinung: Es wäre in jedem Fall die Aufgabe der Schriftstellenden, die Botschaft, die sie verdeutlichen wurden, klar in ihrem Text zu vermitteln. So sei es zum Beispiel nicht die Schuld der Schülerschaft, wenn diese die Bedeutung eines lyrischen Textes nicht oder anders als vom Erschaffenden beabsichtigt verstanden würde, da es ausdrücklich die Aufgabe des Schreibenden sei, die gewählte Botschaft zu artikulieren.
Über viele Aspekte des Gesprächs, besonders über jene angeführte Ausführung Herr Engstlers, diskutierten wir auch nach dem Ende der Veranstaltung in Gruppen und im Kurs. Herr Engstler hat es uns ermöglicht, einen Einblick in die literarische Welt, das Dasein als Autor und das lyrische Engagement verschafft. Dafür danken wir Herr Engstler herzlich und denken weiterhin gerne an seinen Besuch zurück!