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Start  Das LMG  Lothar Meyer

08.09.10, 08:19 Uhr

Zur Person Lothar Meyer

Wer war Lothar Meyer ?

von Tom Otten

Lothar Meyers Ausbildungsjahre

Julius Lothar Meyer wurde am 19. August 1830 als viertes von sieben Kindern eines Kreisarztes in Varel geboren. Er besuchte zunächst eine Privatschule und ab 1841 die auf Betreiben seines Vaters gegründete höhere Bürgerschule. Mit 14 begann er unter schweren Kopfschmerzen zu leiden; deshalb wurde ihm von seinem Vater sämtliche geistige Tätigkeit untersagt. Nach einem Jahr besserte sich sein Zustand jedoch, und er wechselte auf ein Oldenburger Gymnasium. Dort war Lothar einer der besten Schüler. Er liebte besonders die alten Sprachen, beschäftigte sich jedoch auch gerne mit Naturwissenschaften und Mathematik.

Am 8. Mai 1851 bestand Meyer sein Abitur und beschloss zunächst wie sein Vater Arzt zu werden. Er studierte Medizin in Zürich und Würzburg und promovierte am 25. Februar 1854 zum Dr. med. Er wollte sein chemisches Wissen erweitern, also ging er zu Bunsen in Heidelberg. Dort lernte er viele junge Chemiker kennen, die später noch berühmt wurden, wie z. B. Kekule, dem Mitbegründer der Strukturchemie oder dem Pionier der Farbstoffchemie v. Baeyer. Nach einer kurzen Zeit in Königsberg promovierte Meyer 1858 mit einer Arbeit über die Einwirkung von Kohlenmonoxid auf Blut zum Dr. Phil. Am 21. Februar 1859 habilitierte er sich in Breslau für Physik und Chemie mit einer Schrift über die chemischen Lehren von Berthollet und Berzelius. Damit schloss er seine Ausbildung ab.

Lothar Meyers Geburtshaus in der Neumühlenstraße (2005)

Lothar Meyers Leben und Wirken als Universitätslehrer

Bis 1866 unterrichtete er in Breslau, um daraufhin im August dieses Jahres Johanna Volkmann, die Tochter eines berühmten Chirurgen zu heiraten. Mit ihr hatte er vier Kinder. Nach weiteren 10 Jahren in Eberswalde und Karlsruhe nahm Lothar Meyer 1876 einen Ruf als Lehrstuhlinhaber der Universität Tübingen an und hat diesen Ort dann beruflich nicht mehr verlassen. Bis dahin hatte er sich auf modere Theorien der Chemie spezialisiert und sich in eine Arbeit über das Periodensystem der Elemente vertieft. Seine Professur erhielt er am 1. März 1876.

Meyers Name führte viele Studenten nach Tübingen. Viel gerühmt war sein laboratorisches Geschick. Er versuchte experimentelle Grundlagen für bestimmte Fragen in Zusammenhang mit dem Periodensystem zu erschaffen. Im Mittelpunkt stand die Ermittlung von Atommassen, deren Bestimmungsmethoden er ständig verbesserte. Im Jahre 1883 erschien hierzu das in Zusammenarbeit mit Seubert verfasste Werk: Die Atomgewichte der Elemente.

Ihm wurden viele Orden verliehen, wie zum Beispiel das Ehrenkreuz der Württembergischen Krone. Für das Studienjahr 1894/95 wählten ihn seine Kollegen zum Rektor magnificus der Universität Tübingen. Am 11. April 1895 verstarb er als 65 jähriger unerwartet infolge eines Gehirnschlages. Heute verehren wir Lothar Meyer nicht nur als Mitschöpfer des Periodensystems, sondern auch als Wegbereiter der physikalischen Chemie.

Wie das Lothar-Meyer-Gymnasium zu seinem Namen kam

Plastik von Lothar Meyer (LMG Foyer)Der folgende Ausschnitt stammt aus einer im Jahre 1995 von Herrn Punzel, einem ehemaligen Lehrer an unserer Schule, gehaltenen Rede.

Herr Punzel: Vor nunmehr 25 Jahren kam ich auf der Suche nach einer Bleibe für länger an das Gymnasium in Varel, das damals schlicht "Gymnasium Varel" hieß. Ich unterrichte in den Fächern Mathematik und Physik. (...)

[Während des Unterrichts Anfang der 70er kam die Sprache auf ein gewisses chemisches Element und ich "belehrte" meine Schüler:] "Sie wissen hoffentlich, daß [das] Periodische System der Elemente zuerst von dem Deutschen Meyer und dem Russen Mendelejew angegeben wurde, die es unabhängig voneinander fanden." Ein Schüler meldete sich: "Lothar Meyer ist hier in Varel geboren!" "Das glaube ich nicht !" Leicht gekränkt zurück: "Sie trauen es wohl Varel nicht zu?" "Nein, das ist es nicht, aber dann hätte ich doch hier schon irgendein Denkmal, irgendein auf Lothar Meyer hinweisendes Zeichen finden müssen!" Zuhause angekommen habe ich dann (...) in einem alten Lexikon nachgesehen: Tatsächlich ! "Lothar Meyer, Chemiker, geboren am 19. August 1830 in Varel, ..., erkannte die Eigenschaften der Elemente als periodische Funktionen der Atomgewichte, ..." Kein Zweifel! (...)

In der nächsten Physikstunde habe ich mich dann wohl etwas reichlich unakademisch, ja unvorsichtig geäußert: "Das ist ja unglaublich, daß die Stadtväter es nicht einmal fertiggebracht haben, diese Schule nach Lothar Meyer zu benennen! Das kenne ich aber aus meiner Heimat anders! Dort trägt das Gymnasium selbstverständlich den Namen des großen Sohnes der Stadt!" (...)

Eben dieser Schüler, der mich darauf aufmerksam gemacht hatte, daß Lothar Meyer in Varel geboren wurde, stellte [daraufhin] wenig später als Schülervertreter in der Gesamtkonferenz den Antrag, dem Gymnasium den Namen "Lothar-Meyer-Gymnasium" zu geben. (...) Nachdem man [in den übergeordneten Behörden] festgestellt hatte, daß Lothar Meyer ein unbescholtener Mann war, auch schon lange tot war, dazu ein ganz und gar politisch unbescholtener Mann war, vielleicht aber auch, daß er ein Mann mit großem wissenschaftlichen Verdienst war, gab man grünes Licht für diesen Antrag. So kam es, daß im Jahre 1975, als der Antragsteller schon längst die Schule als Abiturient verlassen hatte, das Gymnasium in Varel nach Lothar Meyer benannt wurde.

Weitere Informationen zu Lothar Meyer

Alfred Feldmann (Abi 1954) hat einen Artikel über Lothar Meyer und sein Periondensystem geschrieben und 2004 in der  Abiturzeitung: 50 Jahre Abitur, Oberschule für Jungen/LMG 1954-2004 (1671 kB) auf S. 26ff veröffentlicht.

© Lothar-Meyer-Gymnasium Varel. Letzte Änderung dieser Seite am 06.04.08.

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