Bilingualer Sachfachunterricht am LMG
von Kerstin Walther, Koordinatorin Aufgabenfeld A
Biologie oder Geschichte auf Englisch?
Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule haben die Möglichkeit, in Jahrgangsstufe 9 (und darauf aufbauend auch in Jg. 10) die bilinguale Klasse im Stammhaus in Varel zu besuchen, in der neben Englisch als Unterrichtsfach auch ein anderes Fach wie z. B. Biologie oder Geschichte als bilinguales Sachfach auf Englisch unterrichtet wird. Schülerinnen und Schüler aus Zetel erhalten die benötigte Busfahrkarte um nach Varel zu kommen.
Bilingualer Sachfachunterricht bedeutet, dass das Fach nach den Vorgaben unterrichtet wird, die Unterrichtssprache aber Englisch ist. Das wird zu Beginn sicher noch nicht durchgängig möglich sein, ist aber prinzipiell das Ziel. Um den Einstieg zu erleichtern, erhalten die Schülerinnen und Schüler eine zusätzliche Stunde Unterricht in dem betreffenden Fach, die als AG angerechnet wird.
Noten
Bewertet wird im Sachfach nur die Leistung in diesem Fach. Das Englische dient als Kommunikationsmittel und soll so ganz praktisch mitgelernt werden, ohne dass eine Bewertung erfolgt. Darin liegt für die Kinder oft der besondere Reiz, weil sie hier Englisch ganz unbeschwert verwenden können und auch auf die deutsche Sprache als Unterrichtssprache zurückgreifen können, ohne eine schlechtere Note befürchten zu müssen. Auch Klassenarbeiten und Tests können gerade am Anfang auf Deutsch geschrieben werden.
Ziele
Ziele des bilingualen Sachfachunterrichts sind, neben dem Fächer übergreifenden und dem interkulturellen Lernen, die Erweiterung der Sprachkompetenz und eine Vorbereitung auf Studium und Beruf. Vor dem Hintergrund des europäischen Binnenmarktes und der zunehmenden Internationalisierung von Studiengängen und Berufsausbildungen sind Fremdsprachenkenntnisse in fachlichen Bereichen von großer Bedeutung. Der bilinguale Sachfachunterricht bietet deshalb den Schülerinnen und Schülern schon früh die Möglichkeit, Englisch auch als eine Wissenschaftssprache kennen zu lernen. Sie erwerben damit einen wertvollen Qualifikationsnachweis für ihre spätere berufliche Laufbahn.
Voraussetzungen
Um Ende Jahrgang 8 den Entscheidungsprozess zu erleichtern, wird den Kindern zum Kennenlernen eine Schnupper-Unterrichtseinheit in einem Sachfach angeboten, in dem eine Lehrkraft unterrichtet, die bilingual arbeiten kann. Das kann in Geschichte oder Biologie erfolgen, aber auch in Musik, Religion, Chemie oder Sport, abhängig vom möglichen Einsatz der Lehrkräfte. Im Rahmen dieser Schnuppper-Einheit wird natürlich keine Klassenarbeit angesetzt.
Dazu gibt es einen Informationsabend für Eltern, Schülerinnen und Schüler. Am Ende des Schuljahres kann man dann sein Kind zu der bilingualen Klasse anmelden. Die Entscheidung, wer in diese Klasse kommt, fällt die Schule auf der Basis verschiedener Kriterien:
Erstens sollte das Notenbild insgesamt stabil sein. Die Belastung durch die zweite Fremdsprache, die im 6. Schuljahr dazugekommen ist, sollte bisher gut bewältigt worden sein. Darüber hinaus wird mit den Englischlehrkräften der Bewerberinnen und Bewerber gesprochen, weil die Englischnote allein noch nicht ausreichend aussagekräftig ist. Für die erfolgreiche Teilnahme an der bilingualen Klasse sind besonders die Freude am Englischsprechen wichtig, sowie eine hohe Motivation, Englisch als Kommunikationsmittel zu nutzen. Schließlich muss es auch um die Frage gehen, ob die bisher beobachtete Arbeitshaltung dafür spricht, dass die Schülerin oder der Schüler den besonderen Anforderungen der bilinualen Klasse erfolgreich begegnen kann.
Sind diese Kriterien erfüllt, kann es noch zu einem Losverfahren kommen, wenn es mehr Anmeldungen als Plätze gibt. Ein Wechsel aus der bilingualen Klasse zurück in eine "normale" Klasse ist jederzeit möglich, sollte aber zum Halbjahr erfolgen. Seiteneinsteiger in die bilinguale Klasse hinein können nur in Ausnahmefällen zugelassen werden.
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