Lothar-Meyer-Gymnasium Varel

Chinaaustausch 09. – 15. Februar 2014

Hangzhou trifft Varel!
Die Zhejiang Xiaoshan High School
trifft auf das Lothar-Meyer-Gymnasium!

(9.3.14, Lü) Nach einer einwöchigen Tour durch Europa, mit Besichtigungen von Metropolen wie Paris, Amsterdam, Brüssel oder Frankfurt folgte eine Woche im idyllischen Friesland direkt an der Küste. Was für ein Umbruch für die Chinesen. Von berauschenden Großstädten zur Kleinstadt Varel.

Doch dies hinderte die Schüler nicht daran, eine unglaubliche Woche zu erleben. Voller Vorfreude wurden am Sonntagabend, dem 09. Februar 2014, die chinesischen Schülerinnen und Schüler im Alter von 15-16 Jahren von den deutschen Gastschülern erwartet. Offenherzig wurden diese empfangen und es folgte der erste Abend in den Gastfamilien. Dort wurden zunächst die ersten Eindrücke ausgetauscht, die ersten Gespräche geführt und Geschenke überreicht. Nach einem ruhigen Abend ging es am nächsten Tag zum ersten Mal für die chinesischen Gäste zum Lothar-Meyer-Gymnasium.

Für die Chinesen bedeutete das: Andere Schule, anderes Prinzip. Doch sechs Schulstunden vergingen wie im Flug. Anschließend fand eine offizielle Begrüßung statt. Nicht nur die Schulleiterin Astrid Geisler, sondern auch Frieslands Landrat Sven Ambrosy sowie der stellvertretende Bürgermeister Peter Nieraad waren äußerst erfreut über den Besuch und die neu gewonnene Partnerschaft mit der Zhejiang Xiaoshan Highschool. Die Gäste erhielten sehr nette Aufmerksamkeiten vom Landrat sowie von der Stadt Varel. Nach der herzlichen Begrüßung ist die Gruppe mit der Bahn nach Oldenburg gereist und hat dort eine kurze, aber informative Stadtführung genossen. Ein Highlight war der Besuch der St. Lamberti-Kirche. Danach hatten die Schüler Zeit für ein gemeinsames Essen und gemütliches Bummeln in der Stadt. Entspannt fuhr die Gruppe zurück nach Varel, um dort den ersten Tag in den jeweiligen Gastfamilien ausklingen zu lassen.

Am Dienstag folgte ein Tagesausflug mit dem Bus in die Hansestadt Hamburg. Die Geschichte und die Besonderheiten Hamburgs konnte die Gruppe anhand einer spannenden Stadtführung erfahren. Gerade die Speicherstadt und der alte Elbtunnel erweckten großes Interesse bei den chinesischen Austauschschülern. Im Anschluss hatten die Schüler mehrere Stunden Freizeit und konnten Souvenirs, Geschenke, Kleidung und vieles mehr kaufen und die Stadt Hamburg noch ein wenig erkunden. Am späten Nachmittag ging es wieder Richtung Varel mit anschließendem Abendessen in den Familien.

Während die deutschen Schüler am Mittwoch fleißig in der Schule saßen und am Unterricht teilnahmen, bot sich für die chinesischen Gäste ein einmaliger Einblick in eine kleine, aber bekannte, deutsche Fabrik – die Brauerei in Jever. Hier wurde den Chinesen die Herstellung des Bieres näher gebracht, anschließend konnten die Gäste den Genuss des friesischen „Jever"-Bieres testen. Da es in China den Jugendlichen nicht gestattet ist, vor ihrem 18. Lebensjahr Alkohol zu sich zu nehmen, war die Kostprobe des Bieres etwas völlig Neues. Danach wurde unseren Gästen die Altstadt von Jever durch eine einheimische Stadtführerin gezeigt und es schloss sich eine gemütliche Teerunde mit typischem Ostfriesentee an. Tee ist für Chinesen ein sehr gängiges und beliebtes Getränk, sodass man die Begeisterung den Gästen im Gesicht ablesen konnte. Ein ereignisreicher Vormittag ging vorerst zu Ende und ein gemeinsames Mittagessen sowie Freizeit in den Familien folgte. Am späten Nachmittag traf sich die große Gruppe in Winkelsheide beim Bowlingcenter „Watt’n’Strike". Für die meisten Chinesen war dies eine Premiere, da sie so etwas in so einer Art und Weise nicht kannten. Doch sie lernten schnell und wurden schnell überraschend gut in diesem Sport. Beim Bowlen hatten alle viel Spaß und die Gemeinschaft wuchs stärker zusammen. Nach dem Bowlen schlugen sich alle mit einem leckeren Nudelbuffet den Bauch voll und gegen 20.30 Uhr kehrten die Schüler wieder zu Hause ein.

Am Donnerstag hat die Hansestadt Bremen gerufen. Das erste Ziel am Donnerstag war die Eissporthalle „Paradice". Auch dies war eine Premiere für die meisten der chinesischen Gäste. Am Anfang teilweise noch unsicher auf dem Eis, gelang es zum Ende hin jedoch jedem, über das Eis zu fahren. Der Spaßfaktor war auch hier sehr hoch. Im weiteren Tagesverlauf wurden der Gruppe noch einige Augenweiden der Innenstadt Bremen gezeigt. Das Wahrzeichen, die Bremer Stadtmusikanten, war sehr beliebt und weckte das Interesse der Gruppe. Daraufhin konnten die Schüler die Stadt eigenständig entdecken und unterschiedliche Geschäfte aufsuchen. Erschöpft von einem spannenden Tag wurde die Gruppe abends mit dem Bus wieder nach Varel gebracht.

Freitags hat die Schulpflicht wieder gerufen, sodass der Vormittag aus Schreiben, Rechnen und Lesen bestand. Der Freitagnachmittag beinhaltete kein Programm, damit jede Familie die Zeit individuell gestalten konnte. Viele Familien suchten an diesem sonnigen Tag den heimischen Kurort Dangast auf. Der populäre, selbstgemachte Rhabarberkuchen im Kurhaus kam auch bei den Chinesen sehr gut an. Abends traf sich die Gruppe wieder gemeinsam und es fand ein Barbecue sowie eine große Fete statt. Dieser Abend war sehr lustig und man wird sich noch lang an diese schöne Zusammenkunft erinnern können.

Am darauffolgenden Tag gab es für alle einen Brunch bei „Aal & Krabbe" am Vareler Hafen. Danach hatte die Gruppe großes Glück und durfte dank der Partnerschaft mit dem SV Werder Bremen das spannende Spiel vom SV Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach live sehen. Plätze direkt hinter dem Tor ermöglichten der Gruppe eine atemberaubende Atmosphäre. Ein Gleichstand (1:1) zum Spielende hin war ein befriedigendes Ergebnis für die Bremer Anhänger, sodass die Chinesen ein faires Spiel mit glücklichen, jubelnden Fans miterleben durften. So verstrich langsam der letzte gemeinsame Tag.

Sonntagmorgen war es dann so weit: Es hieß Abschied nehmen. Wehmütig wurden die chinesischen Gäste verabschiedet, lange Umarmungen und auch einige Tränen folgten. Es ist erstaunlich, wie schnell eine Woche vergehen kann. Jeder Schüler konnte durch diese unglaublich aufregende Woche Erfahrungen sammeln und sich selbst neu kennenlernen. Gespannt sind nun die deutschen Jugendlichen auf die zwei Wochen im Herbst, wo dann der Gegenaustausch in China stattfinden wird. Abschließend lässt sich sagen, dass der Austausch bis jetzt eine wunderbare Sache für alle Beteiligten ist und man froh ist, diese Erfahrung gemacht zu haben bzw. weiterhin machen kann.

Text von Chalien-Sophie Schmidt, 11. Jahrgang